FigurenTheaterForum München
 

Puppentheatersammlung


Die Sammlung Puppentheater / Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums

Die Gründung der Puppentheatersammlung geht auf das Jahr 1940 zurück. Sie entstand aus den Aktivitäten des 1936 gegründeten Vereins "Freunde des künstlerischen Puppenspiels", der zu Werbezwecken für das Münchner Marionettentheater eine Materialsammlung zur Geschichte des Puppentheaters angelegt hatte. Zudem plante er auf Initiative und mit Unterstützung des Kulturamtsleiters Reinhard für den "Festsommer 1939" im gleichen Sinne eine große Überblicksausstellung zum Thema "Das süddeutsche Puppenspiel". Wegen des Kriegsausbruchs konnte sie allerdings nicht eröffnet werden.

Mechanischer Turner aus dem Theater Schichtl-Rulyans, um 1947

Mechanischer Turner aus dem Theater Schichtl-Rulyans, um 1947.

Mit dem zusammengetragenen Material, das nunmehr viele der Leihgeber gar nicht mehr zurück haben wollten, gründete der Münchner Stadtrat auf Antrag des Bibliotheksbeamten Ludwig Krafft (1901-1977) im Jahre 1940 die Puppentheatersammlung. Krafft konnte als Leiter der Sammlung den Fundus rasch und systematisch um Zeugnisse aus aller Welt vermehren. Die Sammlung zog 1962, nachdem sie ursprünglich der Stadtbibliothek angegliedert und ohne eigene Räume war, als selbstständiges Museum in den dritten Stock des neu erbauten Oberanger-Traktes des Münchner Stadtmuseums. Die ständigen Schauräume der Sammlung wurden 1972 teilweise und 1984 vollkommen neu gestaltet.

Szene aus dem oberbayerischen Marionettentheater von Julius Höfer, um 1930

Szene aus dem oberbayerischen Marionettentheater von Julius Höfer, um 1930.

Die Puppentheatersammlung des Münchner Stadtmuseums ist weltweit die größte Spezialsammlung dieser Art. Sie besitzt Objekte und Dokumente zu allen Bereichen des traditionellen Puppenspiels ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert und Materialien zum zeitgenössischen Figuren- und Objekttheater. Die international ausgerichtete Kollektion umfasst etwa 13.000 Figuren, darunter Hand- und Stabpuppen, Marionetten, Schattenspielfiguren und Sonderformen wie Theatrum Mundi und mechanisches Theater. Hinzu kommen komplette Bühnennachlässe, Dekorationen und Textbücher. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Erfassung des volkstümlichen und künstlerischen Figurentheaters in Deutschland. Zudem sind reichhaltige Bestände aus anderen europäischen Ländern sowie aus Asien und Afrika verfügbar. Eine Besonderheit bildet der Bestand an mechanisch-beweglichen Figuren und Automaten.

Seit 1980 erweitert die Sammlung ihren Wirkungsbereich auf das Gebiet der Schaustellerei. Mit Blick auf Varieté, Circus und Panoptikum stehen die Attraktionen der deutschen Jahrmärkte und Feste vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart im Mittelpunkt.

Plakat des Marionettentheaters Münchner Künstler von Paul Brann. Entwurf: Ignatius Taschner, 1906/08

Plakat des Marionettentheaters Münchner Künstler von Paul Brann.
Entwurf: Ignatius Taschner, 1906/08.

Die Sammlung hat sich zur zentralen Anlaufstelle für Fragen zur populären Unterhaltungskultur entwickelt. Hierzu stehen dem interessierten Forscher die Fachbibliothek, das Archiv und die Grafiksammlung zur Verfügung.

Wie man Wünsche beim Schwanz packt, Pablo Picasso

Figurenmodelle zu "Wie man Wünsche beim Schwanz packt" von Pablo Picasso (1941)
zur Inszenierung am "Zürcher Puppentheater" 1986.
Entwürfe und Regie: Hana Ribi

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels (GFP) konnten seit 1950 mehr als 700 Gastspiele von Figurentheatern aus mehr als 30 Ländern verwirklicht werden. 2008 gründete die Puppentheatersammlung mit der GFP das FigurenTheaterForum München.


Homepage des Münchner Stadtmuseums: www.stadtmuseum-online.de

 


Festival Anfänger

23.03. - 27.03.2017
Festival Anfänge(r) (PDF)

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